Begriffe

 Aus dem Erlass des Bildungsministeriums Zl. 16.700/164-II/8/03

 

1.1.1 Als kleinste Einheit einer eContent-Entwicklung wird ein Lernobjekt definiert; es besteht  aus einer inhaltlichen Darstellung zum Lehrstoff und ist beispielsweise ein Arbeitsblatt, ein Bild oder eine Skizze mit Erklärungen oder eine kleine Linksammlung.

Beispiel: Ein Arbeitsblatt zur Darstellung eines physikalischen Effektes, ein Arbeitsblatt zum Fremdsprachenlernen unter Nutzung der Software „Hot Potatoes“, eine interaktive Seite mit Java-Applets zum Thema „Funktionsbegriff“, zwei Seiten Webquests zu Grundlagen der Elektrotechnik mit Rückmeldefunktion.

 

Als medientechnische Ausprägung (Format) eines Lernobjektes kann man sich vorstellen (exemplarisch):

 

1.1.2 Ein Lernmodul, besteht aus Lernobjekten einschließlich einer Darstellung der Lernmethodik (didaktisch sinnvolle Struktur, didaktische Funktionen wie Motivation, Darstellung der Inhalte, Überprüfungen und kleine Tests). Wichtig am Lernmodul ist seine thematische Abgeschlossenheit. Im Lernmodul kommen alle Technologien vor, aus denen auch größere Einheiten aufgebaut sind, also eine Darstellung der Motivation zum Stoffgebiet, die Stoffdarbietung (Lektionen), Rückmeldefunktionen oder Selbstprüfungsaufgaben.

 

Beispiel: Die gesamte Ausarbeitung eines physikalischen Sachverhaltes (oder physikalischen „Effektes“) mit mehreren Arbeitsblättern, eine Darstellung zu einem Kapitel aus englischer Geschichte, wo auch typische Grammatikformen erklärt werden, eine längere Darstellung zu „lineare und Potenzfunktionen“, eine Lektion von mehreren Webquests zum Thema „Wechselstromkreis“.

 

1.1.3 Eine Lerneinheit (korrespondierend mit einer Unterrichtseinheit) ist aus (eLearning) – Lernmodulen zusammengesetzt und kombiniert diese mit einem didaktischen Konzept und Hinweise zu Unterrichtsorganisation im Sinne des „Blended Learnings“ (allgemein definiert als Verbindung von Präsenzunterricht und „Online“-Phasen). Sie ist vom Zeitbedarf her für ein oder zwei Unterrichtseinheiten ausgelegt.

 

1.1.4 Lerneinheiten werden zu Kursen (oder im Sinne des eLearningClusterprojektes zu längeren Unterrichtssequenzen) zusammengefasst, die eine Unterrichtsführung über einen längeren Zeitraum (3-4 Wochen bis ein Semester) mit unterstützendem elektronischen Lernmaterial gestatten. Dabei werden Materialien durchaus unterschiedlicher Form, aber inhaltlich zusammenpassend, zu einer längeren Einheit, die den Unterricht über 3 bis 4 Wochen begleitet, zusammengestellt (Individualphasen der Schüler bei Unterrichtsarbeiten oder Hausübungen mit eingeschlossen).

 

In der Metadatenspezifikation (siehe 1.2) des Bildungsportals www.bildung.at wird ein Feld für diese Form der Gestaltung von eLearning-Material (Ressourcetype) eingefügt. Dieses gibt über den Umfang dieser Ressource und über die didaktische Konzeption Auskunft.

 

 

1.2 eContent-Bereitstellung

 

Zum Auffinden von elektronischem Content auf verschiedenen Servern in ganz Österreich ist eine klare Klassifikation der Inhalte durchzuhalten: Daher können nur bereitgestellte Inhalte verarbeitet werden, die auf einem „Contentpool“ mit eindeutiger Lokation (URL) und über einen entsprechenden Domainserver verfügbar sind. Außerdem ist eine eindeutige Identifizierbarkeit sicherzustellen.

 

Zur Beschlagwortung der entsprechenden „Contents“ wurde eine Metadatenspezifikation (nach dem „Learning Object Metadata (LOM)“-Standard) aufgebaut, die sich in einer ersten Ebene auf 16 gegenstandsbezogenen Lernfeldern festlegt und in einer zweiten Ebene an die Schulbuchklassifikation anlehnt. Die Einhaltung der Begrifflichkeiten der Metadatenspezifikation ist für die Contentinitiativen verpflichtend. Basierend auf dem Metadatenmodell können Austauschformate (z.B. XML-Dateien) definiert werden, die den elektronischen Transfer von Lehrmaterialbeschreibungen zwischen verschiedenen Bereitstellungssystemen beschreiben. Die Vereinheitlichung der Contentbeschreibungen ist eine Voraussetzung für die Aufnahme in diverse Contentpools.

 

Die Lehrmaterialien werden nach folgenden Gegenstandsbereichen klassifiziert (lehrplanangelehnte Sortierung) – erste Ebene:

Sachunterricht (soweit relevant);

Religion;

Deutsch;

Sprachen;

Geschichte und politische Bildung;

Geografie;

Philosophie und Psychologie;

Mathematik;

Naturwissenschaften (inklusive Medizin);

Volkswirtschaft und Recht;

Sport;

Kunst und Kreativität;

Betriebswirtschaft;

Informatik und Office-Management;

Fachtheorie und Fachpraxis;

Sonstiges.

 

Vier Bildungsebenen bilden die Zuordnung der Gegenstandsbereiche ab: der Bereich der Elementarbildung (Volks- und Sonderschulen), der Sekundarstufe I (Hauptschule, AHS-Unterstufe, u.a.), der Sekundarstufe II (Oberstufenformen einschließlich Berufsschulen) und der Postsekundarausbildungen (Akademien, teilw. Kollegs oder postsekundäre Lehrgänge). Für diesen Erlass sind zwar nur die Bildungsebenen ab dem Sekundarschulwesen relevant, im Contentportal von www.bildung.at werden allerdings auch Materialien aus dem Pflichtschulwesen abgelegt.

 

Die Klassifizierung von Gegenständen, erste Ebene und Bildungsebenen kann man sich in der Form einer Matrix vorstellen.

 

In einer zweiten Ebene werden die Gegenstandsbereiche verfeinert und als Gegenstandsklassifikationen der Schulbuchaktion übernommen.