3.5.1 optische Täuschungen
Optische Täuschungen lassen sich in verschiedene Klassen einteilen.
Doppeldeutigkeit:
Jedes Bild, das auf der Netzhaut entsteht, ist mit unendlich vielen Möglichkeiten, hinsichtlich Form, Größe und Entfernung, deutbar. Trotz der vielen verschiedenen Möglichkeiten, mit denen wir ein Objekt in einem Raum wahrnehmen könnten, sehen wir meistens nur eine einzige Lösung.
Eine Ellipse könnte ein geneigter Kreis, eine nahe kleine Ellipse oder eine weit entfernte und entsprechend große Ellipse sein. Man sieht an dem einen Beispiel, daß es bereits einige Möglichkeiten gibt, wie man diese Ellipse wahrnimmt.
Es gibt einige Figuren, die zwischen einigen Alternativen hin- und herspringen. Die Wahrnehmung solcher „doppeldeutigen Figuren“ wechselt zwischen unterschiedlichen Formen, Tiefen und Objekten. Das erstaunliche daran ist, daß, obwohl der Input via Auge gleich bleibt, sich die Wahrnehmung verändern kann.
Sehr eindrucksvoll ist die Hohlmaske (siehe http://www.michaelbach.de/ot/fcs_hollow- face/index.html)     , die ein normales Gesicht auf der Außenseite zeigt, innen ist sie hohl. Wenn man die Innenseite der Maske mit beiden Augen bei normalem Licht betrachtet, erscheint sie wie ein normales Gesicht mit vorspringender Nase, obwohl sie hohl ist. Dieser Effekt beruht auch darauf, daß ein Hohlgesicht sehr unwahrscheinlich ist. Wenn die Maske weiter gedreht wird, „klappt“ sie um und die konvexe Vorderseite erscheint.
Verzerrungen:
Eines der bekanntesten Beispiele dafür sind die zwei Pfeile (siehe http://www.michaelbach.de/ot/sze_muelue/index.html  ). Es ist gar nicht so einfach die Mitte herauszufinden. Die Linie mit den nach außen stehenden Pfeilspitzen sieht länger aus, als eine gleich lange Linie mit Pfeilspitzen, die nach innen gerichtet sind.
Paradoxa:
Das wahrscheinlich bekannteste Paradox ist das „unmögliche Dreieck“, ein dreidimensionales Modell aus Holz (siehe http://home.vr- web.de/mario.prinz/main.html  ). Alle Teile dieses Dreiecks scheinen sich beim ersten Betrachten zu berühren, doch sieht man sich dieses Objekt aus einer anderen Perspektive an, erkennt man, daß die einzelnen Holzbalken gar nicht alle miteinander verbunden sind.
Fiktion:
Schatten gehören zu Objekten, obwohl sie doch recht eigenständig sind. Diese Schatten sind als visuelle Hinweise so stark, daß sie auch in Abwesenheit von dem eigentlichen Objekt dessen Wahrnehmung hervorrufen kann. Wenn man sich das Beispiel ansieht handelt es sich lediglich um Schatten, aber wir sehen die Buchstaben, die diese Formen als Schatten werfen würden. Das Gehirn erfindet diese fehlenden Objekte aufgrund von zuverlässige Hinweise.
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Links zu weiteren Täuschungen: