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Unterschiedliche Lebensweisen in verschiedenen
Kulturen bedingen unterschiedliche
Farbwirkungen. In jeder Kultur gelten die hochgeachteten Farben als männlich, die
zweitrangigen als weiblich.
Blau
Viele Farbwirkungen sind nationale Besonderheiten.
Wenn ein Engländer blau ist, ist er
melancholisch, wenn ein Deutscher blau ist, ist er betrunken. Russen mit blauem Charakter
sind besonders sanftmütig, ein himmelblaues Mädchen ist besonders schüchtern.
Rot
Wo die Hitze der Sonne das Leben bedroht,
gilt Rot als Farbe des Dämonischen. Im alten
Ägypten war Rot das Symbol für Böses und Zerstörerisches. „Rot machen bedeutete
töten.
In kalten Ländern, wo man sich nach
Wärme sehnt, hat Rot nur positive Bedeutung. Im
Russischen ist rot gleichbedeutend mit „wertvoll und „schön. Die „rote Ecke war
der
Ehrenplatz für die Ikonen. Ein „rotes Wort ist eine geistreiche Bemerkung.
Grün
In Europa ist Grün die normale Landschaftsfarbe,
für Wüstenvölker aber ist es die Farbe des
Paradieses und daher auch die heilige Farbe des Islam. Der höchste ägyptische Gott Osiris
hat eine grüne Hautfarbe. Eine spezielle Bedeutung hat die Farbe Grün in Irland. Es ist die
Nationalfarbe der grünen Insel und gleichzeitig die Farbe des Katholizismus, ein Katholik wird
dort als „Grüner bezeichnet.
Gelb
Farbe der Glückseligkeit, Farbe des
Ruhms, Farbe der Weisheit, Farbe der Harmonie, die
Farbe der höchsten Kultur- das ist Gelb in Asien. Chinesen erleben das Gelb als
lebensspendende Naturkraft: Nordchina wird ständig von Staub aus der Wüste Gobi
überzogen, es ist gelber Lößstaub, der zu fruchtbarem Ackerboden wird.
In der jüdischen und christlichen
Kirche ist Gelb als liturgische Farbe verboten.
Die Juden mussten daher die Farbe Gelb
als Farbe der Diskriminierung erleben, indem die
Nationalsozialisten sie zwangen den gelben Davidstern zu tragen.
Weiß
In Asien, Heimat der religiösen Idee
der Reinkarnation, ist Weiß die Trauerfarbe. Für die
Entstehung dieser Tradition ist nicht nur die Symbolik der Wiederauferstehung verantwortlich
sondern auch der Umstand, dass dort die Baumwolle wächst, das wichtigste Material für
weiße Stoffe. Weiß ist vor allem auch in Kulturen Trauerfarbe, bei denen Schwarz ein
Fruchtbarkeitssymbol ist. Auch in Europa war Weiß als Trauerfarbe verbreitet, Königinnen
und Fürstinnen trauerten in Weiß, denn ihr Status hätte es ihnen verboten, wie gewöhnliche
Menschen in Schwarz zu trauern.
In Amerika und England wurde der weiße
Hemdkragen zum sichtbaren Zeichen des
beruflichen Status, ein weißes Hemd war die Standardkleidung derjenigen, die sich bei der
Arbeit nicht schmutzig machten. Noch heute unterscheidet man zwischen „blue collar
workers( Arbeitern) und „white collar workers (Angestellten).
Schwarz
Je mehr der irdische Tod in einer Religion
betrauert wird, desto mehr wird Schwarz zur
Trauerfarbe. Überall gilt es jedoch, in Zeiten der Trauer sein Äußeres zu vernachlässigen,
dies bedeutet den Verzicht auf farbenfrohe Kleidung und auf dekorativen Schmuck.
Schwarz wurde auch zur Farbe der Geistlichkeit
im Christentum, unauffällige Farben sollten
Demut symbolisieren. Die Farbe der Geistlichkeit wurde zur Farbe des politischen
Konservatismus, wer heute schwarz wählt, wählt konservativ.
In Afrika ist Schwarz die schönste
Farbe. Sie steht für das afrikanische Volk und für die
fruchtbare schwarze Erde. Das Freiheitssymbol ist ein fünfzackiger schwarzer Stern, der in rot
auch als kommunistisches Symbol bekannt ist.
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