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Die gleiche Farbe in verschiedenen Umgebungen
ist nicht die gleiche Farbe. Das heißt, dass
die Identität einer Farbe nicht in der Farbe selbst liegt, sondern durch den Zusammenhang
bestimmt wird.
_Farbkontrast
Wenn man gleichzeitig zwei Flächen
von verschiedener Helligkeit, aber gleicher Tönung, oder
von gleicher Helligkeit, aber verschiedener Tönung, betrachtet, die aneinandergrenzen, dann
sieht das Auge Veränderungen, die sich im ersten Falle auf die Farbintensität und im zweiten
auf die optische Komposition der zwei nebeneinander liegenden Farben auswirken.
Nimmt man z.B. ein grünliches Gelb
und ein rötliches Gelb, deren Beimischungen gering sind,
und betrachtet sie isoliert voneinander, so sieht man in beiden Fällen reine Gelbtöne.
Betrachtet man sie nebeneinander, so neigen sie dazu ihren Unterschied hervorzuheben, sie
wirken deutlich rötlicher bzw. grünlicher.
_Anpassung
Wird nun ein drittes mittleres Gelb zwischen
die beiden Gelbtöne geschoben, so verringert
sich der Kontrast und die gesamte Gruppe wird einheitlicher. Solche Anpassungseffekte
lassen sich auch beobachten, wenn z.B. ein kräftiger roter Fleck in einem Gemälde zarte
Rottöne in den umliegenden Farben herausbringt.
Wenn also nebeneinanderliegende Farbtöne
ausreichend ähnlich bzw. Farbflächen
ausreichend klein sind, heben sie ihren Kontrast nicht hervor, sondern passen sich einander
an.
Literatur: Rudolf
Arnheim „Kunst und Sehen
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