6.1 Wahrnehmung von Formen
Die Horizontlinie (oben und unten)
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Die Aufstellung eines Objektes ordnet das Blickfeld,
zieht Blicke an und "saugt leere Plätze auf".

Die Vase steht in Augenhöhe auf der Horizontlinie,
also in der vertikalen Bildmitte.
Die Umgebung wird in eine Beziehung zum Objekt gebracht.
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Befindet sich ein Objekt über der
Horizontlinie (Augenhöhe), wirkt es dominant.

Die Entwicklung der Menschheit fand unter den Bedingungen der Schwerkraft statt. Sie lässt Oben und Unten zu zwei Welten werden, in denen unterschiedliche Gesetzmäßigkeiten herrschen:

Was oben ist, tendiert nach unten.
Was unten ist, ruht.

Die ungleichen Seiten (rechts und links)
 
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Berg oder Abhang ?
Die Unterscheidung von oben und unten ist für den Menschen wichtiger als die von rechts und links. Deswegen verwechseln viele rechts und links, aber keiner oben und unten.

Dennoch kann man auch ein Ungleichgewicht bei der Wahrnehmung der beiden Seiten feststellen, was manche Forscher auf die Dominanz der linken Großhirnrinde zurückführen, wo sich die Gehirnzentren für Sprechen,
Schreiben und Lesen befinden.

Wenn auch das linke Sehzentrum dominant sein sollte, müsste mandie Dinge auf der rechten Seite schärfer wahrnehmen als solche auf der linken.
Um diesen Mangel auszugleichen, richtet man die Aufmerksamkeit spontan nach links.
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Ist der Hang steigend oder fallend ?
Dinge, die sich links im Raum befinden, werden häufig anders gewichtet als solche, die rechts sind. Man beobachtet folgende Tendenzen:

Die spontane Aufmerksamkeit gilt der linken Seite.
Der Betrachter scheint sich mit dieser Seite zu identifizieren.

Andererseits wird, was rechts ins Blickfeld gerät, deutlicher wahrgenommen.
Es erscheint dem Betrachter häufig größer und schwerer.
So wirkt die linke Seite dynamischer, während die Dinge auf der rechten Seite unbeweglicher aussehen und ruhen.

(Beachte einmal dir vertraute Bilder oder Fotos im Spiegel und du wirst erstaunt sein, wie fremd sie dir vorkommen)
Symmetrie  (Die spannungsreiche Ruhe)

 
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Die Symmetrie ist keine Erfindung des Menschen - wir finden Symmetrie in den Blättern der Bäume oder im Spiegelbild einer ruhenden Wasserfläche.

Die menschliche Form wird um so schöner empfunden, je symmetrischer der Körper gebaut ist.

Symmetrie ist das Gleichgewicht der Formen, die im Spannungsfeld der unterschiedlichen Wahrnemungswichtung des menschlichen Auges stehen.
Transparenz und Körperlichkeit
 
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A - konkave Formen wirken transparent, so auch Gräser oder Gehölze mit aufgelockerten Habitus -
sie stören nicht die räumliche Gliederung des Gartens.

C - konvexe Formen sehen wir als Körper, sie ziehen die Blicke an - sie wecken unsere Aufmerksamkeit.

B- Das Rechteck in der Mitte könnte ein Fenster oder ein Steinklotz sein ...
Das Gartentor ist eine transparente Barriere.
 
Das Rechteck als Grundriss, das in Millionenzahl
zum Gestalten unserer Aufenthaltsräume verwendet wurde, ist für uns Menschen die Flächenform des Verweilens und der Ruhe, der Kreis und das Oval die der Bewegung.
(Albert Baumann)
Quellenangabe siehe 6.4