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Was sind nun die Merkmale einer
minimalistischen Fotografie und wodurch
ergibt sich ihre Stärke?
Das wesentlichste Merkmal des
Minimalismus in der Fotographie ist, wie die
Definition schon erahnen lässt, der minimale
Einsatz von Details. Der Bildinhalt wird nicht
nur auf ein banales und vordergründig
bedeutungsloses Objekt reduziert, sondern
noch zusätzlich in Form und Bildsprache auf
ein paar wenige Elemente reduziert. Um
diese Situation zu erreichen wird dem
städtischen Zentrum mit all seinem hektischen
Geschehen und visuellen Überladung
ausgewichen; es sind eher die abgelegenen
Bezirke und Industriegebiete die für
minimalistische Fotografie prädestiniert sind.
Es werden vor allem weite Areale mit großen
vertikalen sowie horizontalen Flächen
fotografiert. Das Bild hat nur ein bis zwei
Schwerpunkte, denen durch ihre Isolation
jedoch eine besondere Bedeutung zukommt.
Farbe und Licht hat im Minimalismus die
gleiche hohe Bedeutung, wie in den anderen
Richtungen der Fotografie. Ein weiteres
Merkmal des Minimalismus sind die sehr
realistischen Bildinhalte. Auf das hervorrufen
von Emotionen wird bewusst verzichtet, doch
werden durch die ungewöhnlichen
Inszenierung sehr wohl Stimmungen
transportiert. Eine gewisse Emotionslosigkeit
erfährt der Rezipient auch durch das strenge
Angleichen horizontaler und vertikaler Linien
und der Vermeidung von Unschärfe.
Die Parallelen mit der Minimal Art in
den
Sechzigern sind durchaus ersichtlich, denn
auch die Vertreter der Minimal Art waren
bestrebt, möglichst jede Form der Illusion,
Anspielung, Metaphorik oder Symbolik zu
vermeiden und zu einfachen und
grundlegenden Formen zurückzukehren.
Die Werke sind autonom und
reproduzierbares Artefakt, sie sind kühl,
emotionslos und entpersönlicht, besitzen
schematische Klarheit und Logik. Ihre
Bedeutung ist nach außen verlagert und
Funktion des kulturellen Kontextes. Allgemein
ist zu bemerken, dass in der minimalistische
Fotografie eine Erweiterung der visuellen
Erfahrungswelten angestrebt wird.
Quellenangabe: http://www.rz.hu-berlin.de |