5.2 Kontraste

Farbton – Kontrast Auch als Farbe – an – sich – Kontrast;
Am klarsten kommt der Farbton – Kontrast zum Ausdruck wenn alle Farben der 1. Ordnung in voller Reinheit zur Verwendung kommen! Der Kontrast nimmt für das menschliche Auge ab, wenn man Farben der 2. und 3. Ordnung verwendet. Dabei ist es nicht entscheidend in welchem Mengenverhältnis die Farben vorhanden sind. 
Der Kontrast drückt Fröhlichkeit aus und tritt oft bei Vergnügungsparks oder Zirkussen in Erscheinung.


Hell – Dunkel – Kontrast Besonders bei einem kleinen Farbpunkt merkt man die unterschiedliche Wirkung enorm! Es entscheidet ob der Farbpunkt auf einem hellen oder einem dunklen Untergrund steht.
Die absoluten Pole sind  Schwarz und Weiß. Jede Abmischung einer Farbe bedeutet ebenso eine Minderung der Qualität der „reinen“ Farbe.

BILD 1
BILD 2



Den Hell – Dunkel Kontrast findet man selten, sowie jeden anderen Kontrast auch, isoliert von anderen Kontrasten. .         
Komplementär – Kontrast
Unter dem Komplementär – Kontrast versteht man den Kontrast der sich aus Farben ergibt, die sich im Farbkreis von Itten genau gegenüberstehen. Die komplementären Kontraste sind die Grundlage für eine harmonische Farbgestaltung. Die komplementären Kontrastpaare, im richtigen Mengenverhältnis, bedeuten für das menschliche Auge vollkommenes Gleichgewicht. Die Hell – Dunkel Pole sind Gelb und Violett. Komplementäre Farben steigern sich gegenseitig zu höchster Leuchtkraft ohne sich dabei in ihrer Wirkung zu verändern.
Bei der Mischung zweier komplementärer Farben sollte immer ein neutrales Grauschwarz entstehen. Wenn man eine Farbe des komplementären Paars heller macht, muss man im Gegenzug die andere um das gleiche verdunkeln, damit wieder ein neutrales Grauschwarz entsteht.

rot – grün
BILD 3
blau – orange
BILD 4
gelb – violett
BILD 5
Rotorange – Blaugrün
Durch den starken Kalt - Warm Kontrast ist dies der stärkste komplementär Kontrast.
BILD 6
Gelbgrün – Rotviolett
BILD 7
Gelborange – Blauviolett
BILD 8

Mengenkontrast
Die Farben stehen in unterschiedlichen Quantitäten zur Verfügung. Zum Beispiel:
Rot und Grün müssten nach dem komplementär Kontrast im Mengenverhältnis 1:1 zueinander sein, um die Ausgewogenheit zu erhalten. Bei dem Mengenkontrast, siehe Bild, sehen wir, dass die kleine rote Fläche trotzdem gegen das stark überwiegende Grün sich durchsetzen kann, da sie leuchtender wirkt, als wenn sie im gleichen Verhältnis zum grün stehen würde.

BILD 9

Simultankontrast
= optischer Komplementär – Kontrast
Versuch: 20 Sekunden auf den schwarzen Punkt in der Mitte des Bildes sehen und danach auf eine weiße Fläche. Auf der Wand wird eine optisch nicht reale rote Fläche mit einem blauen Rand erscheinen(als Komplementär Farben zu Grün und Gelb). Bis heute ist dies noch nicht wissenschaftlich exakt bewiesen warum dies geschieht.
Jede Farbe, die nicht rein sondern mit Schwarz, Weiß  oder einer anderen Farbe gemischt ist, lässt sich besonders gut simultan beeinflussen.
Bilder mit Simultankontrast sollten länger betrachtet werden als andere. Erst dann kann die optische Veränderung wahrgenommen werden.
Der Simultankontrast entsteht nicht nur mit stark bunten Farben, sondern – zwar subtiler – auch bei den Farben der 3. Ordnung (Gelborange, Rotorange, Rotviolett, Blauviolett, Blaugrün, Gelbgrün) oder bei gebrochen Farben.

BILD 10
Farbkonstrast
Dieser nimmt unter den Kontrasten eine Sonderstellung ein, da die Bezeichnung Kalt  -   Warm im Wahrnehmungsbereich liegt die Farben selbst jedoch im Optischen.
Dieser Kontrast hat große Bedeutung in der Farbpsychologie. Versuche haben ergeben, dass Räume mit roten Wänden um 3 – 4 Grad Celsius wärmer wirken sind als Räume mit blauen Wänden. Farben auf der linken Seite des Farbkreises von Itten werden im Allgemeinen als Kalte und die Farben auf der rechten Seite als Warme Farben bezeichnet. Außer Blaugrün und Rotorange kann jede Farbe sowohl als Warm oder Kalt wirken, je nachdem, ob sie mit wärmeren oder kälteren Farben im Zusammenhang stehen.

die kalten Farben Die Trennung der Kalten und Warmen Farben bilden Gelb und Violett. Diese beiden Farben gehören zu beiden Seiten. Bilder in betont kalter Farbgebung wirken besonders beruhigend, ebenso wie durchsichtig und kalt.
Weiß und alle mit Weiß gemischten Farben gehören zu den kalten Farben.

BILD 11
BILD 12
die  warmen Farben
Dagegen wirken Bild -  zu denen nur Farben der rechten Seite verwendet werden - anregend, undurchsichtig und schwer. Schwarz und alle mit Schwarz gemischten Farben zählen zu den warmen Farbtönen.
Bilder mit vielen Rottönen und nur ganz wenig Blau– und Grüntönen strahlen besonders viel Wärme aus. Da die Blau- und Grünnuancen die Wärme der Rottöne steigern.


Kalt – Warm Kontrast und Farbtemperatur Der Begriff der kalten und warmen Farben stimmt nicht mit dem Begriff der Farbetemperatur überein.
Bei der Farbtemperatur, welche in Kelvin gemessen wird, ist das Blau die wärmste und das Rot die kälteste Farbe.
Hier spielt in der Fotografie dann die Film Wahl eine Rolle.
Tageslichtfilme: für farbstichfreies Tageslicht abgestimmt von 5500 Grad Kelvin.
Kunstlichtfilme: der bei Kunstlichtaufnahmen fehlende Blauanteil wird beigegeben; für Kunstlicht von 3200 Grad Kelvin abgestimmt.

Aufnahmen im Tageslicht mit Kunstlichtfilmen werden blaustichig und daher verfremdet.
Qualitätskontrast
Der Begriff bezieht sich auf die Reinheit der Farben. Dieser Kontrast kommt unter Verwendung einer einzigen Farbe am besten zur Geltung. Denn sobald eine zweite Farbe sich im Bild befindet, tritt ebenso der Kalt – Warm Kontrast ein.
Bei dem Qualitätskontrast steht immer die leuchtende Farbe neben der stumpfen. Eine Farbe kann durch Weiß, Schwarz, Grau, durch ihre komplementäre Farbe oder durch eine andere Farbe getrübt oder gebrochen werden. Jede Farbe reagiert darauf unterschiedlich obwohl alle an ihrer Leuchtkraft verlieren.
In der Fotografie tritt der Qualitätskontrast vor allem bei Gegenlichtaufnahmen auf. Durch bewusst eingesetzte Unter-  und Überbelichtung kann in gewissen Maße eine Qualitätsminderung bzw. –steigerung hervorgerufen werden(bei Dia Material).
Das Mengenverhältnis spielt dabei eine untergeordnete Rolle. 

BILD 13