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Um eine harmonische Beziehung zwischen
den Farben festzustellen, ist es eine
Notwendigkeit, Farbwerte in ein objektives genormtes System einzuordnen. Mitte des
18.Jhdts. entstanden die ersten dreidimensionalen Systeme, d.h. Farbe wird durch Farbton,
Helligkeit und Sättigung festgelegt. Man ordnete Farben in Kugel-, Pyramiden- und
Kegelformen und auch wenn sich diese Modelle in ihrer Form unterscheiden, so beruhen sie
doch alle auf dem gleichen Prinzip. Die senkrechte Mittelachse zeigt die Skala der unfarbigen
Helligkeitswerte, vom hellsten Weiß oben bis zum dunkelsten Schwarz unten. Der Äquator
enthält die Skala der Farbtöne auf einer mittleren Helligkeitsstufe und jeder horizontale
Schnitt
durch den Körper zeigt alle verfügbaren Sättigungsgrade.
All diese Systeme dienen zwei Zwecken:
sie sollen eine objektive Identifizierung jeder Farbe
ermöglichen und anzeigen, welche Farben miteinander harmonieren. Die meisten
Harmonielehren stützen sich auf das Prinzip gemeinsamer Elemente, z.B. sollten Farben die
denselben Sättigungsgrad aufweisen miteinander harmonieren oder auch Farben, die sich im
Farbkreis gegenüberstehen und ein Komplementärpaar bilden. Itten ging von der
Beobachtung aus, dass Grau als einziger Farbton kein Nachbild hinterlässt und daher
müssten Farben, die zu gleichen Teilen gemischt Grau, ergeben, harmonieren.
Meist hat sich jedoch herausgestellt,
dass die Aspekte diverser Harmonielehren nicht von
dauerhafter Gültigkeit sind und vom Zeitgeschmack abhängen. Wichtig scheint jedoch zu
sein, dass zwischen den verwendeten Farben eine Verbindung bzw. auch eine Trennung
entstehen kann, damit eine Nebeneinanderstellung erwünscht erscheint und nicht letztlich nur
ein Durcheinander bleibt. Die Theorie sollte sich also nicht nur mit der Frage befassen,
welche Farben hübsch zusammenpassen, sondern auch damit, wie einem erwünschten Inhalt
eine angemessene Form gegeben werden kann.
Literatur: Rudolf
Arnheim „Kunst und Sehen
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