3.3 Entwicklungsgeschichtliches zur Wahrnehmung
Um sein Überleben zu sichern, muss sich jedes Lebewesen den gegebenen Umweltbedingungen anpassen. Der heutige Mensch ist ein Produkt einer Vielzahl solcher Anpassungen. Besonders im Bereich der Wahrnehmung, die ja immer Selektion und Interpretation bedeutet, kann man beobachten, wie sehr diese mit den Lebensbedingungen zusammenhängt.
Ein für die Fotografie relevantes Beispiel ist die menschliche Wahrnehmung der Farbe Grün. Grün war entwicklungsgeschichtlich gesehen eine wichtige Farbe für den Menschen, da sie entweder seinen Lebensraum dominierte und/ oder Pflanzen und damit Nahrung bedeutete. Demnach ist das menschliche Auge im grünen Spektralbereich besonders sensibel, das heißt, der Mensch nimmt grün heller wahr, als dies zum Beispiel ein s/w Film tut. Das Ergebnis bei s/w Aufnahmen von grünen Gegenständen ist daher oft enttäuschend, wenn nicht durch einen Gelbfilter vorgesorgt wird.