12.2.1 Diagonale
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Diagonalen sind Linien, die aus einer Bildecke in die gegenüberliegende verlaufen.
„ (...) diagonal verlaufende Linien (ergeben) den Eindruck von Kippen, die Bildgegenstände, die längs einer der Diagonalen des Fotos angeordnet sind, scheinen zu gleiten und sich zu bewegen. Infolgedessen ist die Diagonale die dynamischste aller Linienformen, ein grafisches Symbol für Bewegung, Tätigkeit und Leben.“ (Feininger: Kompositionskurs)
Unter einer Diagonalen versteht man eine Linie, die von der linken unteren Ecke zur rechten oberen führt, oder von der rechten unterer Ecke zur linken oberen. Eine Diagonale von links unten nach rechts oben signalisiert eine positive, optimistische Stimmung, eine von links oben nach rechts unten das Gegenteil, sie wird Gegendiagonale genannt.
Alle anderen schräg verlaufenden Linien in einem Bild nennt man Schrägen. Diagonale Linien bringen Dynamik und Bewegung ins Bild, sie assoziieren Mobilität und Fortstreben.
Die Diagonale steht im Spannungsfeld zwischen der Horizontalen und Vertikalen. Sie hat etwas von beiden: Distanz und Nähe und wirkt deshalb sehr harmonisch. Allerdings führt sie, wenn sie allein steht, das Auge sehr schnell aus dem Bild hinaus. Deshalb braucht die Diagonale eine Bindung durch eine waagerechte oder eine senkrechte Linie, oder auch durch die Gegendiagonale. Diese entsteht beispielsweise bei der Aufnahme von Straßenzügen. Die linke und rechte Häuserfront bilden durch die Perspektivwirkung eine Diagonale und ihre Gegendiagonale.