6.2 Bildaufteilung
Bildaufteilung
Die Verteilung der Gegenstände im Bild, aber auch der Bildelemente Linien und Flächen oder der Farben, kann die Fläche eines Bildes in Bereiche einteilen. Diese Einteilung trägt viel zur Wirkung des Bildes bei.
Bilder können symmetrisch, aber auch asymmetrisch unterteilt werden. Symmetrische Teilung ist oft langweilig, bietet aber ein Gefühl von Sicherheit. Asymmetrische Teilung bringt Dynamik und Spannung, das Bild wird interessant.
Eine Möglichkeit der Bildteilung ist der „goldene Schnitt“. Dabei werden die Seiten so unterteilt, daß sich das kürzere Stück zum längeren verhält wie das längere zur gesamten Seitenlänge.
Das kann man zwar berechnen und nachmessen, aber das ist völlig unnötig. Es geht dabei mehr um die Tendenz in der Aufteilung.
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Symmetrische Teilung, mittenzentriert, statisch und meist langweilig
 
 
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Asymmetrische Teilung, (spannender)

Linien
Linien teilen ein Bild in einzelne Bereiche und führen den Blick des Betrachters durch das Bild.
Diese Linien müssen aber nicht real im Bild enthalten sein, sondern können auch vom Betrachter „erfunden“ werden. (Es ist eine wichtige Fähigkeit unsere Wahrnehmung, Linien, Formen und Flächen auch denn erkennen zu können, wenn sie nicht vollständig sichtbar sind. Wenn ein großes Raubtier im Wald teilweise durch die Bäume verdeckt ist, so war es im Zuge der Entwicklung des "Homo Sapiens" halt sehr sinnvoll, dessen Konturen durch ergänzen/erfinden trotzdem wahrzunehmen.)
Erfinden kann der Betrachter die Linie, indem er zum Beispiel „im Geiste“ eine Reihe von Punkten miteinander verbindet. Oder der Blickrichtung von Augen folgt. Oder der Zeigerichtung eines Pfeils. Alles, das irgendwie „zeigt“ oder eine Reihe bildet, kann dazu dienen, eine Linie zu finden.

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Ein paar Punkte... eine Linie
Linien können, egal ob erfunden oder im Bildinhalt real vorhanden, den Eindruck des Betrachters stark beeinflussen.
Waagerechte Linien, wie zum Beispiel der Horizont, geben dem Betrachter ein Gefühl der Ruhe und Ausgewogenheit und sie vermitteln den Eindruck von Weite und Raum.

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Die Weite
Der Blick kann nach links und rechts...
Linien können, egal ob erfunden oder im Bildinhalt real vorhanden, den Eindruck des Betrachters stark beeinflussen.
Waagerechte Linien, wie zum Beispiel der Horizont, geben dem Betrachter ein Gefühl der Ruhe und Ausgewogenheit und sie vermitteln den Eindruck von Weite und Raum.

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Die Enge
Ein Blick aus dem Gefängnis..
Senkrechte Linien hingegen beschränken das Bild. Außerdem wirken sie, vor allem bei Bildern im Hochformat, weniger stabil, oder, um es positiv auszudrücken, sie vermitteln mehr Dynamik als die waagerechten Linien.
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Bewegung
Die Kugel rollt bergab.
Die wahren Meister der Dynamik sind die jedoch die Diagonalen. Sie zeigen nach oben oder unten, sie unterstützen die Gefühle der Bewegung.
Alle Linien können den Blick leiten. Ausgehend von der Erfahrung, daß die meisten Menschen ein Bild von links oben nach rechts unten lesen, bekommen die Linien unterschiedliche Bedeutungen. Waagerechte Linien beschleunigen den Blick durchs Bild, senkrechte Linien stoppen die Wanderung der Augen.
Diagonale Linien können den Blick regelrecht aus dem Bild heraus katapultieren, je nachdem in welche Richtung sie zeigen.

Flächen
Genau wie Linien, können auch Bildflächen real oder halt erfunden sein. Sie können aus Linien gebildet werden oder auch aus Anordnungen realer Flächen. Flächen können dem Betrachter Ruhepunkte vermitteln. Während die Linien den Blick steuern und führen, haben Flächen die Fähigkeit, den Blick zu stoppen und in sich zu fangen.
Je nachdem, welche Form die Flächen haben, wirken sie sehr unterschiedlich auf den Betrachter.
Zu den verschiedenen Rechteckformaten habe ich ja schon zu Beginn dieser Seite etwas geschrieben.
Kreise vermitteln Ruhe, Dreiecke, die auf der Basis liegen Stabilität. Dreht man ein Dreieck aber auf die Spitze, so geht die Stabilität völlig verloren, die Form vermittelt dann Unruhe, ja sogar Bedrohung. Aber dazu mehr auf der nächsten Seite.
Es gibt in Bildern nicht nur gewollte oder gemeinte Flächen, sondern auch die sogenannten Negativflächen. Diese werden gebildet durch die Begrenzungen anderer Flächen.
Ein bekanntes Beispiel ist das Bild mit den zwei Gesichtern bzw. dem Pokal. Je nachdem, worauf man das Hauptaugenmerk legt, sieht man zwei Gesichter im Profil oder einen Pokal.
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Gesichter im Profil oder Pokal?
Abhängig davon, was man als Objekt ansieht, ist die andere Form dann die Negativfläche.
Im Foto tauchen Negativflächen häufig beim Himmel auf, der durch die Begrenzungen der Landschaft seine Form erhält.