Was ist Amateurfunk?


 


Historisches und Aktuelles über ein technisch orientiertes Hobby

Alles begann mit der ersten drahtlosen Übermittlung von Morsezeichen im Jahre 1895 durch den Italiener Guglielmo Marconi. Von da an war die technische Entwicklung in der Rundfunk-, später auch Fernsehtechnik, nicht mehr aufzuhalten. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts begannen auch sprichwörtlich Amateure, sich mit der Funktechnik zu beschäftigen. Damals gab es natürlich weder Sender noch Empfänger zu kaufen. Die Pioniere des Amateurfunks mussten Geräte und Antennen selbst bauen, bevor sie auf Sendung gehen konnten. Als neue Interessengemeinschaft vereinigten sie sich in landesweiten Verbänden. In Österreich ist das der Österr. Versuchs-Sender-Verband (ÖVSV). 
Amateurfunk ist ein Hobby für Jung und Alt. Auch viele körperlich Beeinträchtigte finden Spaß an dieser Freizeitbeschäftigung. Heute kann jeder Amateurfunk betreiben, nachdem er bei der Fernmeldebehörde eine Prüfung abgelegt hat. Darin wird technisches Wissen, die Kenntnis von Gesetzesgrundlagen und Betriebstechnik geprüft. Dann erhält man ein individuelles, auf der Welt nur einmal vorkommendes Rufzeichen. Mit diesem Rufzeichen kann man nun in den verschiedensten Bereichen aktiv werden:

Kurzwelle:
Ist der Frequenzbereich zwischen 1,8 und 30 MHz, in dem 9 Amateurfunkbänder liegen, auf denen weltweite Verbindungen hergestellt werden können. Zugangsvoraussetzung ist momentan noch die Kenntnis von Morsetelegrafie.

Telegraphie (Morsen):
ist die Betriebsart mit dem geringsten technischen Aufwand. Schon mit 1 Watt Sender-Ausgangsleistung oder weniger sind Verbindungen rund um die Welt möglich. 

UKW:
Die Bänder von 144 MHz an aufwärts bieten interessante Möglichkeiten, sowohl für Einsteiger, die sich eine kleinere Station aufbauen wollen, als auch für erfahrene Funkamateure.

Satellitenfunk:
Inzwischen gibt es unzählige Amateurfunksatelliten, die vor allem auf UKW sichere Transkontinentalverbindungen ermöglichen.

EME:
EME bedeutet Erde-Mond-Erde. Hier wird der Mond als Reflektor für die Ultrakurzwellen benutzt, um sehr weite Verbindungen herzustellen.

Packet Radio:
Selbstverständlich hat in einem so technisch orientierten Hobby wie dem Amateurfunk der Computer schon lange Einzug erhalten. Über Packet Radio tauschen die Funkamateure weltweit Nachrichten, Bilder und Software aus. Das weltweite Netz ist vergleichbar mit dem Internet.

RTTY - Fernschreiben
wird vorwiegend auf Kurzwelle durchgeführt. Dazu werden herkömmliche Fernschreiber oder Computer mit Modems verwendet.

ATV:
Als Funkamateur kann man natürlich nicht nur Sprache sondern auch bewegte Bilder übertragen. Für das Amateurfunkfernsehen ist Selbstbau Voraussetzung. ATV ist erst auf den Bändern ab 1,2 GHz aufwärts möglich.

Conteste:
Conteste sind Wettbewerbe, bei denen es darauf ankommt, in einem vorgegebenen Zeitraum möglichst viele Verbindungen über eine große Entfernung herzustellen.

Fuchsjagd:
Hier werden natürlich keine Füchse gejagt, sondern im Gelände versteckte Sender mit Peilempfängern aufgespürt. Wem das am schnellsten gelingt, der hat gewonnen.

Fieldday:
Zu deutsch Feldtag." An ihm stellen die Funkamateure ihre Fähigkeiten als Notfunkdienst unter Beweis, wobei sie von der allgemeinen Stromversorgung unabhängig auf der grünen Wiese eine Funkanlage aufbauen und etwas Betrieb machen.

QSL - Karten:
Für jede Funkverbindung verschicken die Funkamateure in der Regel eine eigene QSL - Karte, um die Verbindung zu bestätigen. Sie sind interessant gestaltet. Deshalb sammeln viele diese Karten, speziell von sehr seltenen Stationen.

Selbstbau:
Der Amateurfunkdienst wird seiner ursprünglichen Bezeichnung als Experimentierfunkdienst immer noch gerecht. Denn auf den hohen UKW-Bändern muss man seine Geräte immer noch selbst bauen. Hier hat der Amateurfunk auch eine gewisse Vorreiterrolle für kommerzielle Anwender.

Humanitäre Hilfeleistung:
Immer wieder hört man von humanitären Hilfeleistungen durch Funkamateure. So auch beim Erdbeben in Norditalien, beim Erdbeben in Mexiko, beim Krieg im ehemaligen Jugoslawien oder bei bei der Tsunami- Katastrophe in Asien. Stets waren es Funkamateure, die mit ihren jederzeit betriebsbereiten Geräten die ersten Funkverbindungen erstellten und das z.T. zerstörte öffentliche Fernsprechnetz ersetzten.