32 Vöslauer Bürgermeister
Michael Zwierschütz
Am 7. März 1849 war die Grundherrschaft zu Ende ("Gemeindegesetz").
Die Vöslauer Bevölkerung wählte Michael Zwierschütz
zum ersten Bürgermeister. Er war Besitzer des "Hotels
Jägerhorn" am Schlossplatz. Während der Revolution
war er Kommandant der Nationalgarde Vöslau.
Das erste Bürgermeisteramt befand sich im "Hotel Communal"
in der Hochstraße.
Während seiner Amtszeit wurde das erste Schulhaus errichtet
und am 25. Juli 1852 mit dem Unterricht begonnen.
Robert Schlumberger
stammte aus Deutschland und kam 1842 nach Vöslau.
Graf Fries verpachtete ihm den Maitalkeller. Wein und Champagner
der Marke "Goldeck" wurden international bekannt.
1866 ließ er ein Notspital für Verwundete des österreichisch
- preußischen Krieges errichten und den Friedhof vom Kirchenberg
in die heutige Falkstraße verlegen.
- Dominik Brümmer gründete die "Freiwillige Feuerwehr
Vöslau"
- Guido Herrmann gründete die erste Apotheke
- 1867 nahm das Postamt am Schlossplatz seinen Betrieb auf
- die Pfarrkirche wurde fertig gestellt und der Ort zu einer
selbständigen Pfarre erhoben
Dr. Theodor von Raule
In Vöslau brach die Cholera aus. 1876 wurde mit dem Bau
eines Spitals begonnen.
Viele Arbeiter und Angestellte der Kammgarnfabrik kamen aus Deutschland
und waren Protestanten, deshalb wurde mit dem Bau einer evangelischen
Kirche begonnen, die 1876 fertig gestellt und eingeweiht wurde.
Die Feuerwehr erhielt in der Raulestraße ein eigenes Haus.
Raule war als Autor von 11 Theaterstücken unter dem Pseudonym
"Richard vom Walde" bekannt. Eines davon ("Tagblatt
156" ) wurde 1886 in Vöslau uraufgeführt.
Guido Herrmann
Er war Apotheker in Vöslau.
- 1880 - entstand der Kursalon
- 1884 - Fertigstellung des Spitals an der Ortsgrenze zu Sooss
- 1893 - neue Schule in der Raulestraße
- 1895 - elektrische Straßenbahn Baden-Vöslau
- 1898 - "Harzbergturm" anlässlich des 50jährigen
Regierungsjubiläums Kaiser Franz Joseph I.
- 1900 - elektrische Straßenbeleuchtung
- 1887 - Moritz Graf Fries II. starb.
Sein Sohn August verkaufte das Thermalbad, den Kursalon, den
Marienpark, zwei Keller im Maital, einige Häuser usw. an
die Gemeinde
- 1901 kaufte Moritz Ritter von Gutmann das Schloss und den
Schlosspark
- zwischen Kammgarnfabrik und der Südbahn entstanden Arbeiter-Wohnhäuser,
der "Böhmzipf"
Rudolf Reiter
war von Beruf Baumeister wie sein Vater Florian Reiter. Der Erste
Weltkrieg (1914 - 1918) verhinderte den Bau einer Wasserleitung.
1904 wurde aus dem Dorf Vöslau der
"Curort" Vöslau.
In Vöslau gab es nur eine Volksschule. Die Kinder mussten
nach Baden in die Bürgerschule fahren. Die Erlaubnis, eine
Bürgerschule in Vöslau zu führen, kam erst 1910
(ab 1928 Hauptschule).
Die Kriegsjahre waren für die Gemeinde eine schwierige Zeit:
- der Fremdenverkehr kam zum Erliegen
- Hotels wurden vom Militär beschlagnahmt
- das Spital wurde zum Lazarett für verwundete Soldaten
- Unterkunft und Verpflegung der Soldaten musste die Gemeinde
bezahlen
Franz Pexa
war der erste sozialdemokratische Bürgermeister in Vöslau.
Er bemühte sich nach dem 1. Weltkrieg wieder normale Verhältnisse
zu schaffen.
Die vordringlichste Aufgabe war die Beschaffung von Lebensmitteln
für die in bitterer Not lebenden Menschen.
Rudolf Frimmel
Der Lehrer Rudolf Frimmel war einer der bedeutendsten Stadtväter.
Er war der am längsten amtierende Bürgermeister und
prägte Vöslau wie ehedem die Familie Fries.
Er stammte aus Kufstein (Tirol) , war Lehrer in Bad Vöslau
und wohnte in der Falkstraße.
1926 - 1928 wurde das verfallene Bad neu erbaut.
1929 (Weltwirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit) erreichte
er den Bau der Wasserleitung, bei dem 1000 Menschen Arbeit fanden.
Vöslau darf sich seit 1928 "Bad Vöslau" nennen.
1934 wurde Frimmel nach der Rathausbesetzung durch die Heimwehr
(im Ständestaat) als Bürgermeister abgesetzt.
Von 1938 bis 1945 gab es keine gewählten Bürgermeister.
Rudolf Frimmel
Am 5. April 1945, nach Besetzung von Vöslau durch die Rote
Armee wurde Rudolf Frimmel vom russischen Kommandanten als Bürgermeister
wieder eingesetzt.
- Schloss und Schlosspark wurden gekauft
- 1949 - 1954 wurde die Kanalisation verwirklicht
- Beseitigung der Kriegsschäden
- Sanierung der Straßen, Straßenbeleuchtung, Sportanlage
- Renovierung der Schule
- Bau von Wohnungen
- Einsatzbereitschaft von Feuerwehr und Rettung wieder hergestellt
1954 - Stadterhebung
1955 - Ankündigung der Freiheit Österreichs auf dem
Badplatz,
heute: Rudolf Frimmelplatz.
Rudolf Schön
Neubau der Volksschule in der Raulestraße.
Der Freiheitsbrunnen des Vöslauer Bildhauers Prof. Mathias
Hietz wurde auf dem Rudolf Frimmel-Platz errichtet.
Hans Herzog
- neues Feuerwehrhaus in der Friesstraße
- neue Sportanlage
- moderne Kläranlage
- Erweiterung der Sonderschule
- Bau einer Doppelturnhalle neben der Hauptschule
Zusammenlegung der drei bisher selbständigen Gemeinden Vöslau,
Gainfarn und Großau laut Beschluss des Nö. Landtages
am 1. Jänner 1972.
1973 übersiedelte die Gemeindeverwaltung vom Rathaus in
der Herrmanngasse (heutiges Museum) in das revitalisierte Schloss.
1979 musste die 1833 gegründete Kammgarnfabrik wegen wirtschaftlicher
Schwierigkeiten ihren Konkurs anmelden.
Alfred Flammer
Er erreichte mit der unabhängigen Namensliste (Liste Flammer)
auf Anhieb die absolute Mehrheit.
- Errichtung der Thermenhalle
- Neugestaltung des Schulviertels
- Erweiterung der Volks- und Sonderschule
- Renovierung der Hauptschule
- Bau der neuen Sportanlage
- Bau neuer Kindergärten
- Ankauf von Waldgebieten, Bauland etc.
- Neugestaltung von Verkehrsflächen
- Erstellung und Umsetzung eines Verkehrskonzeptes (Autobahnanschluss)
- Errichtung der Kunsteisbahn
- Bau eines neuen Kurzentrums
Zahlreiche "kleinere" Vorhaben:
- Radwege
- Waldlehrpfad
- Fitnessparcours
- Beschilderung historischer Gebäude
- Bad Vöslau-Card
- u.a.m.
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