| Freitag,
16. August 2002
Gedrängel
beim Frühstück. Weil wenn wolkenloser Himmel, da hat es jeder
eilig. Besonders der dunkelhaarige Deutsche. Der war gestern am Abend
auch schon ziemlich wichtig. Rasch hinaus. Doch lieber lange Hose, sagt
Hari. Nur 3 Grad. Da fährt der Deutsche mit seiner Storck-Plastikgurke
am Hüttenvorplatz auf und ab. Wieder ganz wichtig. Da schaust du
natürlich auffällig weg.
Zehn Minuten später stehen wir am Eisjöchl auf 2900. Da bist
du natürlich stolz auf deine Freunde. Auf dich selbst schon auch.
Genuß pur. Die klare Hochgebirgsluft und keine Wolke. Vom Panorama
brauch ich dir nichts zu erzählen. Und dann noch der Steinbock. Nicht
einmal 100m entfernt. Unglaublich, sowas.
Wie die Schneekönige: Peter, Hari und
ich (v. re.)
Der
Weg hinunter ist wieder die alte Militärstraße. Tiefe Querrillen,
enge Kehren. Aber alles fahrbar. Grundsätzlich. Schon selektiv aber
fahrbar. Vorsichtig hinunter also. Hubert nimmt eine Bodenprobe, aber
nichts ernsthaftes. Ein bisschen Knie und ein wenig vom Ellbogen. Aber
sonst OK. Beim Eishof ist Ende mit selektiv. Kurze Pause, weil da musst
du den Rücken in die Sonne halten. Der dunkelhaarige Deutsche fummelt
am Storck. Nicht dass du jetzt glaubst ich bin schadenfroh.
Das Schnalstal hast du gleich, auch wenn du bei einigen alten Bauernhäusern
stehenbleibst. Foto, klar?
Wir also im Etschtal. Naja. Das mit der durchgehenden Autokolonne wird
dich jetzt nicht überaschen, aber den Gr0ßteil fährst
du ohnehin auf dem Etschtal-Radweg und dann gleich einmal Meran und die
mächtige Brauerei Forst am Ortseingang. Mit Biergarten und genau
Mittagszeit. Was soll ich jetzt erzählen. Grillhendl, Pommes und
Bier. Herrlich. Idealernährung quasi.
Harald, Hubert und Peter: Noch ein Bier Herr Ober. Da willst du natürlich
auch nicht so dastehen. Also, aber nur kleines Bier, bitte.
Bis Tscherms geht es ja dann noch. Dort war aber dann Ende Mittagspause.
Bis St. Gertraud 35km und gleichviel Grad. Nicht zu reden von den 1200hm.
Da glaubst du das hört nie auf. Gut zwei Stunden gräßliches
Gewürge. Tolle Mittagspause war das. Dann erklärt dir Harald
noch, dass er das kennt. Winter, Schitouren undsoweiter. Das Ultental
ist ganz flach. Da wartest du zwei Stunden auf das flache Stück.
Kommt natürlich nie.
Eine knappe Stunde Rast in St. Gertraud. Bananen, Cola, und und und.
Jetzt geht es wieder. Wunderschönes Tal. Da kommst du dann an der
Kaseralm vorbei und ehrlich gesagt, das Steilstück danach, das musst
du schieben. Immerhin schon sechs Stunden im Sattel. Dann das Rabbi-Joch
auf 2470.
Naja, jetzt heißt es nachlegen, weil gleich ist es 8 Uhr und wenn
du noch hinaus willst nach Male brauchst du nicht mehr mit dem Philosophieren
anzufangen. Vorbei an der Haselgruber-Hütte. Ohnehin pumvoll. Und
traumhafter Trail hinunter. Bisschen steil vielleicht.
Dann Asphalt und noch schnell ein Windschattenrennen. Irgendwie motivierst
du dich da wieder. Macht einfach Spaß. Male: Hotel Henriette. Immer
ein Platz frei. Freundlich. 110km waren das und 2200hm.
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Der Eishof: Da war es schon herrlich warm! |