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Neugriechisch

Zur Geschichte der Sprache: Eine sprachliche Einheit gab kaum jemals: Wer griechisch lernt, begegnet verschiedenen Dialekten aus unterschiedlichen Zeiten mit jeweils unterschiedlichen Ansprüchen der Autoren oder Sprecher an die eigenen Sprache und einer unterschiedlichen Auswahl aus den jeweils zur Verfügung stehenden sprachlichen Möglichkeiten, z. B. epische Kunstsprache (jonisch-äolisch - überlieferungsbedingt mit Elementen aus späteren Redaktionen vermengt), äolische Lyrik, jonische Ethnographie und Historiographie, dorische Hirtendichtung, attische Prosa ...

Die Κοινή (d. h. die "gemeinsame" Sprache bzw. der gemeinsame Dialekt in den Nachfolgestaaten des Reiches Alexanders des Großen) sowie der kaum zu überschätzende kulturelle Einfluss der griechischen Kultur auf die römische machte Griechisch zur Weltsprache des östlichen Mittelmeerraumes, damit auch des Christentums und des byzantinischen Reiches bis ins 15. Jahrhundert.

Die 1830 mit der Gründung des griechischen Staates gesprochene griechische Sprache ist eine Weiterentwicklung der antiken Κοινή .Versuche, neben der gesprochenen griechischen Sprache ein künstliches, "gereinigtes" Griechisch (Καθαρεύουσα ), das aber nie jemandes Muttersprache gewesen war (im Gegensatz etwa zum antiken Attischen), als Schriftsprache zu schaffen und zu pflegen - im Schutz der Verfassung in allen offiziellen Institutionen - wurden erst 1976 (zwei Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur) aufgegeben, wobei es noch lange dauern wird, bis die natürliche Sprache alle Funktionen der Καθαρεύουσα übernommen hat. 1982 folgte noch eine Abschaffung der drei verschiedenen Akzente sowie der Hauchzeichen.

Herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Pflege und Entwicklung einer neugriechischen Schrift- und Umgangssprache gibt es in jüngster Zeit etwa durch Γιώργιος Μπαμπινιώτης , Professor für Linguistik an der Universität Athen. Hier ist besonders das Λεξικό της νέας ελληνικής γλώσσας zu nennen, 2. Auflage Athen 2002, ISBN: 960-86190-1-7, ebenso das Lehrbuch Ελληνική Γλώσσα, 2. Auflage Athen 1995, ISBN: 960-370-048-7. Neu erschienen: Γραμματική της νέας ελληνικής, Athen 2005. ISBN:  960-442-025-9.

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Noch zwei Buchtipps: Wer neugriechisch mit Vorkenntnissen aus dem Altgriechischen lernen möchte, der lese: Νέα ελληνικά για κλασικούς φιλολόγους , Athen 1999, ISBN 960-211-454-1.

Zur neugriechischen Literatur: Mario Vitti, Ιστορία της Νεοελληνικής Λογοτεχνίας. Athen 2003.
Εκδόσεις Οδυσσέας. ISBN 960-210-460-0