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Die
Modi (Aussageformen) des griechischen Verbs Im Modus bringt der Sprechende seine geistige Einstellung
gegenüber einem Verbalinhalt zum Ausdruck: ob ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich
(real) oder nur vorgestellt (möglich, unwirklich, gewollt oder
gewünscht, alles mit mannigfachen Übergängen und Nuancen) erscheint. Über den schon vorhandenen Reichtum an Modi hinaus hat
das Griechische die Möglichkeit modaler Färbung beim Gebrauch der
Modalpartikel ἄν (in der Dichtung auch κεν oder κε). Durch diese wird
ausgedrückt, dass der Verbalinhalt an eine Bedingung geknüpft ist im Sinne
eines deutschen Zusatzes wie „unter Umständen“, „gegebenenfalls“, „etwa“,
„wohl“. Die Abstufung Indikativ-Konjunktiv-Optativ entspricht der
Entfernung von der Realität. Mit der Verwendung der Modi hängt auch der Gebrauch der
Negationen zusammen, da im Allgemeinen οὐ leugnet, μή abwehrt. Indikativ (Ὀριστική): Verwendung wie im Deutschen zum Ausdruck von etwas Tatsächlichem,
Wirklichem. Der Indikativ einer Vergangenheit in Verbindung mit ἄν
entspricht dem deutschen Irrealis (wobei sich die Zeitstufe aus dem
Zusammenhang ergibt). (® Kantharos
28) Konjunktiv (Ὑποτακτική): Der griechische Konjunktiv bezeichnet entweder ein Wollen
oder eine subjektive Erwartung. Im Hauptsatz: -
Aufforderung (ἴωμεν! Gehen wir!) -
zweifelnde Frage (Τί εἴπωμεν; Was sollen wir sagen?), -
Verbot (μὴ τοῦτο ποιήσῃς! Tu das nicht!) Im Gliedsatz (regelmäßig in Verbindung mit ἄν)
nach ἵνα, ὅταν (ὅτε + ἄν), ἐάν (εἰ + ἄν), ἐπειδάν (ἐπειδή + ἄν), im Deutschen
meist durch Indikativ wiederzugeben. (® Kantharos 32) Optativ (Εὐκτική): Der griechische Optativ bezeichnet entweder einen Wunsch
oder eine bloße Möglichkeit. Die beiden Bereiche überschneiden einander wie im Deutschen
(z. B.: „Du könntest mir einen Gefallen tun.“) (® Kantharos
42) Erfüllbare Wünsche: Εἰ γὰρ (Εἴθε) σὺ εὖ πράττοις! Hoffentlich geht es dir
gut! Μὴ τοῦτό μοι γένοιτο! Hoffentlich passiert mir das nicht! Möglichkeitsform (Potentialis), regelmäßig in
Verbindung mit ἄν: λέγοι τις ἄν (εἴποι τις ἄν): Jemand könnte behaupten. Optativus Obliquus: In einem inhaltlich vom übergeordneten Satz abhängigen
Gliedsatz kann der Optativ den Indikativ oder Konjunktiv ersetzen,
wodurch der Gedanke eine besondere subjektive Färbung erhält. Imperativ (Προστακτική): Überblick über die
Formen von Konjunktiv und Optativ Konjunktiv des Präsensstammes: Dehnung des
Bindevokals -
Α.: παιδεύω, παιδεύῃς, παιδεύῃ, παιδεύωμεν, παιδεύητε,
παιδεύωσιν -
M.-P.: παιδεύωμαι, παιδεύῃ, παιδεύηται, παιδευώμεθα,
παιδεύησθε, παιδεύωνται Konjunktiv Aorist: Aoriststamm +
Primärendungen, keine Vergangenheitsbedeutung, kein Augment (Ähnlichkeit mit
Futur) -
A.: παιδεύσω, παιδεύσῃς, παιδεύσῃ, παιδεύσωμεν,
παιδεύσητε, παιδεύσωσιν -
M.: παιδεύσωμαι, παιδεύσῃ, παιδεύσηται, παιδευσώμεθα,
παιδεύσησθε, παιδεύσωνται -
P.: παιδευθῶ, παιδευθῇς, παιδευθῇ, παιδευθῶμεν,
παιδευθῆτε, παιδευθῶσιν. Optativ: Merkmal: Stamm + ι [1]
οder ιη + Sekundärendungen: Optativ Präsens (mit Bindevokal): A.: παιδεύοιμι, παιδεύοις, παιδεύοι, παιδεύοιμεν,
παιδεύοιτε, παιδεύοιεν M.-P.: παιδευοίμην, παιδεύοιο, παιδεύοιτο, παιδευοίμεθα,
παιδεύοισθε, παιδεύοιντο Optativ Futur (mit Bindevokal): A.: παιδεύσοιμι, παιδεύσοις, παιδεύσοι, παιδεύσοιμεν,
παιδεύσοιτε, παιδεύσοιεν M.: παιδευσοίμην, παιδεύσοιο, παιδεύσοιτο, παιδευσοίμεθα,
παιδεύσοισθε, παιδεύσοιντο P.: παιδευθησοίμην, παιδευθήσοιο, παιδευθήσοιτο,
παιδευθησοίμεθα, παιδευθήσοισθε, παιδευθήσοιντο Optativ Aorist: A.: παιδεύσαιμι, παιδεύσαις, παιδεύσαι, παιδεύσαιμεν,
παιδεύσαιτε, παιδεύσαιεν (oder: παιδεύσαιμι, παιδεύσειας, παιδεύσειε,
παιδεύσαιμεν, παιδεύσαιτε, παιδεύσειαν) M.: παιδευσαίμην, παιδεύσαιο, παιδεύσαιτο, παιδευσαίμεθα,
παιδευσαίσθε, παιδεύσαιντο P.: παιδευθείην,
παιδευθείης, παιδευθείη, παιδευθεῖμεν, παιδευθεῖτε, παιδευθεῖεν (oder:
παιδευθείην, παιδευθείης, παιδευθείη, παιδευθείημεν, παιδευθείητε,
παιδευθείησαν) Optativ Perfekt: Wie im Präsens, nur mit Perfektstamm [1] Im Lateinischen formal noch erhalten bei: sim, velim, malim, nolim, faxim (alter Aorist Optativ statt fecerim bei Plautus) |
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