Demodokos

 

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Homer Odyssee 8, 62-71 

κῆρυξ δ' ἐγγύθεν ἦλθεν ἄγων ἐρίηρον ἀοιδόν,
τὸν πέρι μοῦσ' ἐφίλησε, δίδου δ' ἀγαθόν τε κακόν τε:
ὀφθαλμῶν μὲν ἄμερσε, δίδου δ' ἡδεῖαν ἀοιδήν.
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τῷ δ' ἄρα Ποντόνοος θῆκε θρόνον ἀργυρόηλον
μέσσῳ δαιτυμόνων, πρὸς κίονα μακρὸν ἐρείσας:
κὰδ δ' ἐκ πασσαλόφι κρέμασεν φόρμιγγα λίγειαν
αὐτοῦ ὑπὲρ κεφαλῆς καὶ ἐπέφραδε χερσὶν ἑλέσθαι
κῆρυξ: πὰρ δ' ἐτίθει κάνεον καλήν τε τράπεζαν,
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πὰρ δὲ δέπας οἴνοιο, πιεῖν ὅτε θυμὸς ἀνώγοι.
οἱ δ' ἐπ' ὀνείαθ' ἑτοῖμα προκείμενα χεῖρας ἴαλλον.

 

Und der Herold kam herbei und führte den geschätzten Sänger. Den liebte die Muse über alle Maßen und hatte ihm Gutes wie auch Schlimmes gegeben: der Augen hatte sie ihn beraubt, doch ihm den süßen Gesang gegeben. Für ihn stellte Pontonoos einen Lehnstuhl hin, beschlagen mit Silbernägeln, mitten unter die Tischgenossen und lehnte ihn an den großen Pfeiler. Und hängte ihm zu Haupten an einen Pflock die helltönende Leier, er, der Herold, und zeigte ihm, wie er sie mit Händen ergreifen könnte. Und stellte vor ihn einen Korb und einen schönen Tisch hin und vor ihn einen Becher Weines, um zu trinken, wenn es sein Herz befahl. Und sie streckten die Hände aus nach den bereiten vorgesetzten Speisen.

(Übersetzung von Wolfgang Schadewaldt)

Anmerkungen:
Die Blindheit und Begabung des Demodokos gab auch Anlass zu der schon in der Antike verbreiteten (aber nicht verifizierbaren) Vermutung, Homer sei blind gewesen. Die Verfechter dieser Annahme stützten sich auch auf die (unhaltbare) Etymologie, der Name "Homer" bedeute "der nicht Sehende" (
ὁ μὴ ὁρῶν).

Eine Hörprobe des Demodokosliedes (computerunterstützte Annäherung an die homerische Vortragstechnik) kann hier abgerufen werden.

Der Textzusammenhang steht hier zur Verfügung.

 

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