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Die griechische Sprache

Die griechische Sprache nennt man die Sprache, die von den Griechen oder, wie sich selbst nannten, Hellenen im Altertum gesprochen wurde. Sie ist ein Zweig der indogermanischen (oder indoeuropäischen) Sprachfamilie, zu denen die meisten europäischen Sprachen und einige weitere in Asien gehören. Die frühesten griechischen Texte sind die mit mykenischer Silbenschrift ("Linearschrift B") beschriebenen Tontäfelchen aus Knossos (auf Kreta), Mykene und Pylos (auf der Peloponnes) und Theben (in Mittelgriechenland). Sie gehören etwa in die Zeit 1400-1200 v. Chr. Erst mehrere Jahrhunderte später gewannen die Griechen mit der Übernahme des phönikischen Alphabets eine Schrift, in der jeder Laut durch einen besonderen Buchstaben ausgedrückt werden konnte. Die ältesten griechischen Inschriften in diesem griechischen Alphabet stammen aus dem Ende des 8. Jahrhunderts. Ungefähr gleichzeitig beginnt für uns mit den Epen Homers die griechische Literatur. Griechische Sprache und griechisches Denken haben nicht nur auf die Römer, sondern auch auf alle anderen europäischen Völker einen gewaltigen Einfluß gehabt. Dies zeigt schon die Fülle des internationalen Wortschatzes von Physik, Philosophie, Politik bis Telephon, Helikopter, Kosmonaut, u.v.a., mit welchem feste Begriffe des modernen Lebens ausgedrückt werden. In griechischer Sprache sind ferner Meisterwerke der Weltliteratur gedichtet, wie die Epen Homers und die klassischen Tragödien eines Aischylos, Sophokles und Euripides; in ihr haben Denker wie Platon ihre Ideen festgehalten, Herodot und Thukydides bis heute unerreichte Darstellungsweisen der Geschichte geschaffen, und sie ist die Sprache des Neuen Testaments. Es gibt kaum eine andere Sprache, der die Menschheit soviel verdankt. -  

Zur Unterscheidung: Was ist Neugriechisch?

Schon seit der Antike bestand eine gewisse Zweigleisigkeit zwischen gesprochener und geschriebener Sprache. Nach dem kulturellen und literarischen Einbruch des Griechentums unter der Türkenherrschaft (Eroberung von Konstantinopel 1453) mit der Schaffung eines unabhängigen neuen griechischen Staates 1829/1830 beschäftigte man sich damit, auch die Volkssprache "salonfähig" werden zu lassen. Es dauerte aber bis zum Jahre 1888, daß in einer kleinen Sprachrevolution die Volkssprache
(
Δημοτική) als Literatursprache Anerkennung fand. Daneben gab es (im Schutz der Verfassung, d. h. als Amtssprache) bis zum Jahre 1976 (!) eine gereinigte Kunstsprache (Καθαρεύουσα), die an das Altgriechische anknüpfte (und in vielen offiziellen Bezeichnungen, Straßen- und Ortsnamen auch heute noch bemerkt werden kann). Mit dieser sollte die großartige Vergangenheit des Griechentums im alltäglichen Bewußtsein lebendig gehalten werden.

 


 


ἀοιδὸς τυφλός (blinder Sänger).
Homer, Odyssee 8, 62-71 und 266-366!

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Eine lesenswerte Einführung in die Welt des Griechischen und in das, was der Griechischunterrricht zu bieten hat, findet sich auf der Seite des bayrischen Altphilologenverbandes: Heureka,
ebenso auf der "
Griechisch-Info" von Karl Lahmer (Europagymnasium Salzburg).

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Ziele des Griechischunterrichts und österreichischer Lehrplan

 

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