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Die Bildungsweise
des Futurs (Überblick):
Im Futur Aktiv und Medium steht das Tempuszeichen -σ-, sonst stimmen die Formen mit denen des Präsens überein, z. B.:
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Präsens Aktiv |
Futur Aktiv |
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Sg. |
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παιδεύω |
παιδεύσω |
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παιδεύεις |
παιδεύσεις |
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παιδεύει |
παιδεύσει |
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Pl. |
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παιδεύομεν |
παιδεύσομεν |
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παιδεύετε |
παιδεύσετε |
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παιδεύουσιν |
παιδεύσουσιν |
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Präsens Medium |
Futur Medium |
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Sg. |
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παιδεύομαι |
παιδεύσομαι |
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παιδεύῃ |
παιδεύσῃ |
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παιδεύεται |
παιδεύσεται |
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Pl. |
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παιδευόμεθα |
παιδευσόμεθα |
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παιδεύεσθε |
παιδεύσεσθε |
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παιδεύονται |
παιδεύσονται |
Besonderheiten:
1.
Verben, deren Stamm auf Vokal endet[1],
erfahren eine Dehnung dieses Vokals:
ποιῶ -
ποιήσω (Stamm: ποιε-)
τιμῶ -
τιμήσω (Stamm: τιμα-)
δουλῶ -
δουλώσω (Stamm:
δουλο-)
2.
Bei Verben, deren Stamm auf einen Verschlusslaut[2] endet,
gilt folgende Regel:
γ, κ,
χ, (ττ)[3]+
σ ® ξ (λέγω -
λέξω, ἄρχω -
ἄρξω, φυλάττω -
φυλάξω)
β, π,
φ, (πτ) + σ ® ψ (βλέπω -
βλέψω, γράφω -
γράψω, κρύπτω -
κρύψω)
δ, τ,
θ, ζ + σ ® σ (πείθω -
πείσω, θαυμάζω -
θαυμάσω)
3.
Verben, deren Stamm auf -λ, -μ, -ν oder
-ρ auslautet, die sogenannten Verba liquida[4],
ebenso die Verben auf -ίζω bilden das Futur analog zu den
Verben vom Typ „ποιῶ“ [5]:
μένω
- μενῶ
ἀγγέλλω
- ἀγγελῶ
τείνω
- τενῶ
φαίνω
- φανῶ
βάλλω
- βαλῶ
αἴρω
- ἀρῶ
μαίνομαι
- μανοῦμαι
νομίζω
- νομιῶ
ἐλπίζω
- ἐλπιῶ
4.
Es gibt auch Verben, die sich in keine dieser Regeln
fügen [6].
5.
Das Futur Passiv wird regelmäßig aus dem Aorist Passiv
abgeleitet, und zwar nach folgendem Muster:
παιδευθήσομαι,
παιδευθήσῃ,
παιδευθήσεται
... usw.
(Der Aorist Passiv lautet ἐπαιδεύθην)
φανήσομαι,
φανήσῃ,
φανήσεται ... usw.
(Der Aorist Passiv lautet ἐφάνην)
[1] Ausgenommen sind ca. 10 Verben, deren
Stamm nur scheinbar auf Vokal endet, weil ein auslautendes
-σ oder ein auslautendes Digamma (alter w-Laut: F) verschwunden
ist, welches aber in modifizierter Form (-υ-) gelegentlich wieder
auftaucht, z. B.
καλῶ - καλῶ
(Stamm: καλεσ-)
γελῶ -
γελάσομαι (Stamm:
γελασ-)
πλέω -
πλεύσομαι (Stamm: πλεF-)
πνέω -
πνεύσομαι (Stamm:
πνεF-)
κάω -
καύσομαι (Stamm: καF-)
ῥέω -
ῥυήσομαι (Stamm: ῥεF-)
[2] Verschlusslaute werden durch
plötzliches Ablassen eines Luftüberdrucks erzeugt, weshalb sie nur einen Moment
lang hörbar sind. Man unterscheidet Guttural- (Kehl-), Dental-
(Zahn-) und Labiallaute (Lippenlaute). Jeder Laut aus einer dieser drei
Klassen kann entweder stimmlos (d. h. ohne Mitschwingen der
Stimmbänder), stimmhaft (d. h. mit Mitschwingen der Stimmbänder) oder aspiriert
(angehaucht, verschliffen) sein.
Somit
gibt es 3x3 Verschlusslaute: t/d/th, k/g/kh, p/b/ph.
Anm.:
Stimmhafte aspirierte Laute gibt es im Indischen, z. B. Gandhi.
[3] -ττ- geht auf -γj-
zurück.
[4] Bei diesen Lauten handelt es sich um
sogenannte Liquidae, also „fließende“ Laute. Der Sprecher kann sie ohne
Unterbrechung und längere Zeit (bis ihm die Luft ausgeht) erklingen lassen.
[5] Das hat sprachhistorische Gründe:
Der Präsensstamm war bei der Mehrzahl dieser Verben ursprünglich um ein -j-
erweitert, das zwar verschwunden, jedoch in seinen Auswirkungen, die nach
bestimmten Regeln erfolgt sind, bemerkt werden kann.
Dieses
Futur ist ausgegangen von zweisilbigen Wurzeln auf -ε - wie
-ολε - , verderben (ὀλέσω®ὀλέω®ὀλῶ) und dann analog
auf andere Verben übertragen worden. Es findet sich auch bei
καλῶ und τελῶ.
[6] Verben, die eine sinnliche
Wahrnehmung ausdrücken, haben oft mediales Futur, z. B.:
ἀκούω -
ἀκούσομαι.
Bei
einigen Verben erfolgt Stammwechsel:
γίγνομαι -
γενήσομαι
ἔχω -
ἕξω oder σχήσω (Stamm:
σεχ- / σχ-. Anlautendes σ- vor Vokal wurde im
Griechischen regelmäßig zu einem h, wobei dieses h wegen des nachfolgenden
χ im Präsens ausgefallen ist, im Futur aber stehen bleiben konnte -
Fachbegriff: Hauchdissimilation.)
λέγω - ἐρῶ (neben
λέξω)
ὁράω -
ὄψομαι
πάσχω -
πείσομαι
πίπτω -
πεσοῦμαι
φέρω - οἴσω
λαμβάνω -
λήψομαι