Konsonantische Deklination, Substantive und Adjektive,
deren Stamm auf -s endet:

 

Bei den Substantiva handelt es sich durchwegs um Neutra, vgl. die lateinischen Wörter vom Typ -us, -oris oder -us,-eris (tempus, -oris; latus, -eris)[1]

Besonderheit: Das stammauslautende s fällt zwischen Vokalen (wie im Griechischen sonst auch sehr oft) aus, die beiden Silben (vor und hinter dem s) werden zusammengezogen (kontrahiert)

 

Zum Nomen (Beispiel: τὸ μέλος das Glied, der Teil):

 

 

Sg.

Pl.

Nom./Akk.

τὸ μέλος

τὰ μέλη (> μέλεσα)

Gen.

τοῦ μέλους (> μέλεσος)

τῶν μελῶν (> μελέσων)

Dat.

τῷ μέλει (> μέλεσι)

τοῖς μέλεσι (> μέλεσσιν)

 

Häufige Wörter, die im Neugriechischen alle auch noch in derselben Bedeutung und Deklination[2] existieren, sind: τὸ ἦθος (Sitte), τὸ ἔθνος (Volk), τὸ ἔτος (Jahr), τὸ κράτος (Macht, im Neugriechischen Staat), τὸ γένος (Volk, Art), τὸ πένθος (Leid) u.v.a.

 

Zum Adjektiv  (Beispiel: ἀσθενής / -ές):

Die Adjektive haben im Nominativ m./f. -ής und im Neutrum -ές (Beispiel ἀσθενής, -ές schwach, immer nach dem Schema m./f. und n.)

 

 

Sg.

Pl.

 

 

m./f.

n.

m./f.

n.

Nom.

ἀσθενής

ασθενές

ἀσθενεῖς (> -έσες)

ασθενῆ (> -έσα)

Gen.

ασθενοῦς (> -έσος)

ἀσθενῶν (> -έσων)

Dat.

ασθενεῖ (> -έσι)

ἀσθενέσιν (> -έσσιν)

Akk.

ασθενῆ (> -έσα)

ασθενές

ἀσθενεῖς [3]

ασθενῆ (> -έσα)

 

 



[1] Zwischenvokalisches s wird im Lateinischen häufig zu r (Rhotazismus)

[2] Dativ wird wie immer umschrieben oder durch Genitiv ersetzt, außer in bestimmten Redewendungen.

[3] Analogie zum Nominativ, > -έσες statt > -έσας